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Quantz: Versuch einer Anweisung die Flöte traversiere zu spielen

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und eine Musik zu beurtheilen sey.

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  erfodert, daß die Zuhörer beständig mit einer angenehmen Abwechselung
unterhalten, und immer aus einer Leidenschaft in die andere versetzet, ja daß
die Leidenschaften selbst bisweilen auf einen gewissen Grad der Stärke ge-
trieben werden, und wieder abnehmen sollen. Dieses kann aber der Dich-
ter, ohne Beyhülfe des Componisten, nicht allein bewerkstelligen. Doch
was den französischen Opern, wegen des geringen Unterschieds, der sich
zwischen Arien und Recitativen findet, an der Lebhaftigkeit abgeht; das
ersetzen die Chöre und Tänze. Wenn man den ganzen Zusammenhang
einer französischen Oper genau betrachtet, so sollte man fast glauben, als
wenn die allzuähnliche Vermischung der Arien und Recitative mit Fleiß
so eingerichtet würde, um die Chöre und Ballette deso mehr zu erheben.
Ungeachtet nun diese, sowohl als die Auszierungen des Schauplatzes,
nur als ein Nebenwerk einer Oper anzusehen sind; wie denn absonderlich
die Chöre in den italiänischen Opern wenig geachtet werden: so sind sie
nichts desto weniger fast die größte Zierde der französischen Singspiele.
Es ist unstreitig, daß die Musik der Franzosen, sich, zu dem in seiner
Vollkommenheit betrachteten Tanzen, viel besser schicket, als keine an-
dere: da hingegen die italiänische zum Singen und Spielen eine bessere
Wirkung thut, als zum Tanzen. Doch ist auch nicht ganz zu läugnen,
daß man in der französischen Instrumentalmusik, vornehmlich aber in
ihren charakterisireten Stücken, wegen des an einander hangenden und
concertirenden Gesanges, viele gefällige und annehmliche Gedanken an-
trifft, die sich, im italiänischen Geschmacke, mit prächtigen und erhabe-
nen Gängen sehr wohl vermischen lassen.

68. §.

  Alle italiänischen Opern sind, wenn man sie im Ganzen betrachtet,
auch nicht lauter Meisterstücke. Obgleich ihre vornehmsten Operndichter,
sich, absonderlich seit dem Anfange dieses Jahrhunderts, alle Mühe ge-
geben haben, die Singspiele von vielen Ausschweifungen zu reinigen, und
dem vernünftigen Geschmacke des französischen Tragödientheaters, so
viel als möglich ist, ähnlich zu machen; ob man wohl in Italien eine
Menge vollkommen schöner Opernpoesieen aufzuweisen hat: da hingegen
die Franzosen, in ihren meisten Opern, noch immer an den Fabeln kle-
ben, und an einer Menge unnatürlicher und abentheuerlicher Vorstel-
lungen sich belustigen: so werden doch noch in Italien, sowohl durch
manche Poeten, als durch die Componisten und Sänger, große Fehler
begangen. Die Poeten verbinden z. E. die Arien nicht allemal mit der
Haupt-

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